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Segelkurs Elfenwiese


Heute durften wir den wunderbaren Ferien-Segelkurs für die Schule Elfenwiese starten! Die Vorbereitungen dafür hat unser Trainer Calle schon am 4.Juni begonnen. Er war neugierig und wollte die Kinder die heute mit ihm segeln auch unbedingt in der Schule besuchen und kennenlernen. Gesagt und getan. Calle ein großer Dank dafür! Heute morgen konnten wir die Kinder, die Lehrer und die Schulbegleiter im HSC begrüßen.
Nach einer Begrüßung und dem Verteilen der Schwimmwesten ging es bei traumhaften Bedingungen auf die Alster.
Sonne, leichter Wind und super motivierte Kinder! Ein gelungener Start in den ersten Tag.
Alle Kinder hatten Lust zu segeln und genoßen die wohl inklusivste Sportart die des gibt!
#wirallesegeln
Das kurze Handy-Video von heute motiviert uns genau diesen Weg weiter zu gehen und mehr inklusive Segelangebote zu schaffen!

Ihr wollt mehr über die Schule Elfenwiese erfahren?
Hier geht es zur Webseite!
https://schule-elfenwiese.de/
Bilder vom heutigen Tag Segelkurs Schule Elfenwiese:
https://www.flickr.com/photos/svenjjj/albums/72177720317980995
Der Segelkurs Elfenwiese ist ja nur ein Kurs von insgesamt vier inklusiven Segelkursen die wir gemeinsam durch die Unterstützung der Kroschke Kinderstiftung
2024 auf der Alster mit euch realisieren. Auch der Segelkurs für und mit dem Werner-Otto-Institut und dem Campus Uhlenhorst hat ja bereits begonnen.
Alle Bilder vom Segelkurs Werner Otto Institut:
https://www.flickr.com/photos/svenjjj/albums/72177720316482624/
Die Pressemitteilung vom 21.Mai zu den inklusiven Segel-Kursen der Kroschke Kinderstiftung:
https://www.wir-sind-wir.org/gemeinsam-lernen-inklusive-segelprojekte-fuer-kinder-und-jugendliche-auf-der-alster-2/

Helga Cup 2024 – wir haben es getan!



Da stehe ich nun, am 6. Juni 2024 am Steg vom NRV (Norddeutscher Regatta Verein). Das Regattatraining vom Helga Cup steht an. Auftakt für die erste Segelsport Regatta die ich in meinem Leben segeln werde. Die größte Frauenregatta der Welt! Vielleicht etwas zu groß für mich?!?
Wie konnte ich nur auf die Idee kommen „JA“ zum Helga Cup zu sagen. War das mutig, oder eher übermütig und naiv? Jetzt gerade habe ich mega Respekt vor meiner eigenen Courage. Der Blick in die Gesichter meiner Mitsegler verrät mir, dass es mir nicht alleine so geht!
Meine bisherigen Segelerfahrungen beruhen auf ein paar Wochen Großsegler segeln und 3 Sommerurlaube auf dem Boot von Freunden. Alles liegt Jahre, wenn nicht Jahrzehnte zurück. Wie komme ich darauf Regatta auf einem so sportlichen Boot wie der J70 zu segeln?

Rückblick: Im November letzten Jahres erreichte mich eine Email der Stiftung Mammazentrum: „an alle Segelinteressierten“. Es soll ein Segelkurs auf der Alster angeboten werden. Initiiert von dem Verein Wir sind Wir Inclusion in Sailing e.V. . Der inklusive Segelsport soll gefördert werden. Über die Stiftung Mammazentrum werden eine begrenzte Anzahl Plätze für einen Kurs als Vorbereitung für den Helga Cup 2024 zur Verfügung gestellt. Schon seit Jahren hege ich den Traum auf der Alster zu segeln. Also schnell antworten. Ich will unbedingt dabei sein!
Ich habe keine Vorstellung davon wie eine Regatta abläuft, oder ob ich nach ein paar Wochen Training dafür bereit bin. Schon bei dem ersten Treffen wird klar, es gibt noch ein paar andere Frauen, die nicht nur den Kurs mitmachen möchten, sondern sich ebenfalls auf das Abenteuer der Regatta einlassen würden, denn wer weiß was im nächsten Jahr ist… Wir würden jedoch gerne auf einer J70 segeln und nicht auf den Inklusionsbooten mit zwei Sitzen. Also tun wir uns zu fünft zusammen. Noch bevor wir überhaupt einmal alle gemeinsam auf dem Wasser gewesen sind, entscheiden wir uns für einen Crewnamen. Die Gründung der MammaSEAtas! Ein tolles Logo mit der Brustkrebsschleife wird entworfen. Wir wollen kein Geheimnis daraus machen, dass uns nicht nur die Liebe zum Wasser und zum segeln verbindet. Wer will, der kann sowohl aus dem Namen, als auch aus dem Logo erkennen, dass wir alle an Brustkrebs erkrankt sind. 

Zurück auf den Steg des NRV. In den letzten Wochen haben wir MammaSEAtas versucht so viel wie möglich zu üben. Auf dem Wasser, aber auch Theorie. Obwohl wir nur fünf mal zusammen gesegelt sind, hat die Vorbereitung eine Menge Zeit gekostet und viel Energie und es war trotzdem viel zu wenig. Ich fühle mich erschöpft und gestresst und frage mich, was ich hier eigentlich tue…
Aber ich habe eine Crew! Ein tolles Team aus großartigen Frauen, die ich vor ein paar Wochen noch nicht mal kannte, mit denen ich mich inzwischen aber sehr verbunden fühle! Die kann ich nicht im Stich lassen!
Außerdem war es doch mein Traum auf der Alster zu segeln! (Auch wenn ich dabei nicht unbedingt an so ein Event gedacht habe.) Was soll’s? „JA“ bleibt „JA“! Also alle Kraft zusammennehmen und ins Abenteuer stürzen. 
9.Juni 2024 Nun liegt der Helga Cup hinter uns. Es war ein sehr emotionales Wochenende. Ich habe viel gelacht, viel Freude empfunden, aber auch den einen oder anderen melancholischen Moment durchlebt. Besonders bewegend war für uns das Rennen, wo wir mit dem pinken Gennaker der Stiftung Mammazentrum über die Alster fahren durften!
Abschließend kann ich sagen, ich wäre gerne noch mehr gesegelt. Auch bei den starken Windverhältnissen, die für uns sehr herausfordernd waren. Die ganze Aktion war herausfordernd. Das Leben ist herausfordernd!!!

Wir sind daran gewachsen, haben auch kritische Situationen bewältigt, viele Erfahrungen und bleibende Erinnerungen gesammelt und sind stärker aus der Situation hervorgegangen!

Wir haben uns dem Krebs gestellt und nun haben wir uns dem Helga Cup gestellt. Und das nicht um uns, oder irgendjemand anderen etwas zu beweisen, sondern um das Leben zu spüren, um jeden Moment auszukosten, keine Gelegenheit mehr verstreichen zu lassen und um Träume zu verwirklichen!

Danke MammaSEAtas

Danke, an die „Stiftung Mammazentrum“ für die tolle Unterstützung in allen Phasen der Erkrankung!
Danke, an „Wir sind Wir Inclusion in Sailing e.V.“ mit Sven, Silke und Claudia. Ihr seid großartig!
Danke, an die „Unser Norden Stiftung“ und die „Heinz Kettler Stiftung“ für die finanzielle Unterstützung sowohl zum Segelkurs, als auch zum Helga Cup.
Ohne den Segelkurs wäre das segeln auf der Alster ein Traum geblieben!
Danke, an die geduldigen Segeltrainer für den Support!
Danke, an den MSC, das wir eine J70 zum trainieren ausleihen konnten!

Danke, an alle Teilnehmer des Helga Cup’s. Ihr habt uns den Spirit des Helga Cup’s spüren lassen!

Helga Cup 2024: Spannung pur in den Finalrennen

Helga Cup 2024: Spannung pur in den Finalrennen

Sieg für Team mit jüngster Teilnehmerin in der Inklusionsklasse, NRV-Team gewinnt in der J/70-Klasse

Die siebte Auflage des Helga Cups war bei guten Windbedingungen wieder einmal ein voller Erfolg und spannend bis zum Schluss. 73 Crews von drei Kontinenten traten auf der Hamburger Außenalster gegeneinander an. 62 Teams starteten in der Klasse J/70 und elf in der inklusiven Klasse RS Venture Connect. Insgesamt absolvierten die Seglerinnen in beiden Klassen zusammen 101 Rennen an drei Wettfahrttagen, bevor der Startschuss für die Finalläufe fiel. Die Teilnehmerinnen freuten sich über die guten Segelbedingungen mit moderaten Windverhältnissen an den ersten zwei Wettfahrttagen und etwas anspruchsvolleren am Finaltag. Die Stimmung war auf dem Wasser wie auch an Land sehr gut und von einem perfekten Miteinander unter den Frauen geprägt.

Die Teams der Klasse J/70 lieferten sich spannende Rennen bis zur letzten Minute. Die Qualifikation für das Finale meisterten die späteren Siegerinnen vom „NRV Women Team“ (Julia Kühn, Birte Berger, Luisa Krüger, Nina Erbach) recht souverän und fuhren allein erste Plätze ein. Im Finale war der Start für die NRV-Frauen dann zunächst etwas holprig, als sie nach einem Frühstart noch einmal zurücksegeln mussten. Doch sie arbeiteten sich erfolgreich an die Spitze des Feldes zurück und überquerten als Vierte die Ziellinie. „Wir wussten, dass es nicht einfach werden würde. Ein Finale mit zehn Boote erzeugt automatisch mehr Druck, und die Alster kann durch aus tricky sein. Zwischendurch war es sehr böig. Es war ein nervenaufreibendes Finale, und wir sind superfroh über den Sieg – und das auch noch in unserem Heimatverein. Es waren großartige drei Regattatage“, sagte das Team direkt nach dem Zieldurchlauf. 

Auf den zweiten Platz segelte das „Team Stiftung Mammazentrum“ (Juliane Zepp, Marion Rommel, Maren Hahlbrock, Lea Beele) vom Hamburger Segel-Club. Dritte wurden die „Südseeperlen“ (Lena Deike, Ida Bachschmidt, Ellen Bauer, Rosane Schnetz) vom Württembergischer Yacht-Club.

Völlig überwältigt waren die Siegerinnen der Inklusionsklasse RS Venture Connect, nachdem sie wieder festen Boden unter den Füßen hatten. Die zehnjährige Nomine Jara Fabian (Wir sind Wir – Inclusion in Sailing e.V.), die im Alter von drei Jahren einen inkompletten Querschnitt erlitt und seitdem eine leidenschaftliche Para-Sportlerin ist, siegte mit Teampartnerin Jola Schönebeck vom Norddeutschen Regatta Verein. Für beide war es die erste Regatta in der Klasse RS Venture Connect. „Das haben wir gut gemacht“, sagte Nomine und stieß einen lauten Freudenschrei aus, bevor sie Ihrer Segelpartnerin Jola um den Hals fiel. War sie vor dem Start doch etwas nervös, so überwog danach die Freude. Auch Schönebeck konnte es kaum fassen, plötzlich Helga-Cup-Siegerin zu sein. „Wir hatten einen saumäßigen Start, aber lagen schon auf der Kreuz auf Platz drei, und dann hat auch noch der Wind mitgespielt. Es war unfassbar toll vor dem Zieleinlauf die jubelnde Menge am Steg zu sehen und hören. Ich freue mich sehr, denn eigentlich hatten wir uns gar kein Ziel gesetzt, der Spaß stand im Vordergrund“, sagte Schönebeck.

Zweite in der Klasse RS Venture Connect wurden die Norwegerinnen Henriette Smith und Solfrid Lindhjem Kvinnesland vom „Team Grace“. Platz drei ging an das „Team Spontan“ (Renate Schröder/Saskia Gense) vom Segler-Verein Trave e.V.

„Wir hatten gute Segelbedingungen und konnten 101 Rennen durchführen“, freute sich NRV Clubmanager Klaus Lahme, „ich danke ganz herzlich den über 60 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, unserer Wettfahrtleitung, Tina Buch und Jens Hahlbrock mit ihren Teams, der Umpire-Chefin Svenja Hünsch und ihrer Mannschaft. Sie alle haben einen großartigen Job gemacht!“

Christoph Holstein, Staatsrat der Behörde für Inneres und Sport, lobte im Rahmen der Siegerehrung das gute Miteinander und den Zusammenhalt unter den teilnehmenden Seglerinnen und betonte, wie wichtig genau dies für die heutige Gesellschaft sei.

Helga-Cup-Schirmherrin Kristina Vogel, ehemalige deutsche Bahnradsportlerin und zweifache Olympiasiegerin, hob die tolle Stimmung unter den teilnehmenden Frauen hervor sowie den Aspekt, wie selbstverständlich Frauen ganz unterschiedlichsten Segelniveaus beim Helga Cup zusammen auf der Regattabahn segeln. Sie freut sich bereits darauf, auch im kommenden Jahr die Schirmherrschaft für den Helga Cup zu übernehmen.

Die achte Auflage des Helga Cups findet vom 12. bis zum 15. Juni 2025 auf der Hamburger Außenalster und der Anlage des Norddeutschen Regatta Vereins statt.

Unterstützt wurde der Helga Cup 2024 von: Hamburg Active City, Eberhardt Wienholt Stiftung, Heinz Kettler Stiftung, REWE, Fleischgroßmarkt Hamburg, Unser Norden Stiftung, Salzbrenner Würstchen, Torqeedo, Akquinet, Peter Frisch GmbH, Von der Linden, Pantaenius.

Text: Katrin Heidemann

Event-Homepage: www.helgacup.de

Der „Helga Cup“  ist ein Gemeinschaftsprojekt von Wir sind Wir Inclusion in Sailing e.V. und Norddeutscher Regatta Verein
Link zu frei verfügbaren Bildern, (C) Wir sind Wir Inclusion in Sailing 
HelgaCup2024 – Presse | Flickr

Pressekontakt „Wir sind Wir Inclusion in Sailing“
Sven Jürgensen, sven.juergensen@wir-sind-wir.org , Tel. +49 171 683 5555

Wir sind Wir Inclusion in Sailing e.V. – Gartenstraße 29 – 02977 Hoyerswerda  

Frauensegeln weltweit im Aufschwung

Frauensegeln weltweit im Aufschwung

Frauen von drei Kontinenten haben sich auf den Weg zum Helga Cup 2024 gemacht. Für einige ist es das Debüt beim Cup, andere haben bereits mehrmals teilgenommen und die Idee der weltweit größten Frauenregatta mit in ihre Heimat gebracht. Eins ist allen Teilnehmerinnen gemeinsam: Sie genießen den Austausch, das Netzwerken und das gute Miteinander mit den anderen Seglerinnen. Welchen Stellenwert das Frauensegeln in ihren Heimatländern hat und was der Helga Cup für sie bedeutet, erzählen Seglerinnen aus Australien, Kanada und der Schweiz.

Die weiteste Anreise zum Helga Cup hatte das Team „Maali Racing“ vom Royal Freshwater Bay Yacht Club aus Perth in Westaustralien (Foto). „Das Wort ‚Maali‘ stammt aus der Sprache der Aborigines und bedeutet ‚Schwarzer Schwan‘. Der Fluss, auf dem wir zu Hause segeln, heißt Swan River und darauf schwimmen schwarze Schwäne. So ist unser Teamname entstanden“, erklärt Susan Parker (63), die mit ihren Clubkolleginnen Caroline Gibsen (66) und Sandy Anderson (71) regelmäßig gemeinsam bei Regatten, oft auch im Ausland, antritt. Beim Helga Cup komplettiert die deutschstämmige, in Australien lebende Stefanie Effenberger das Team. In ihrer Heimat segeln die Australierinnen hauptsächlich Drachen. In einer J/70 saßen sie am Donnerstag beim Training auf der Außenalster zum ersten Mal. „Die Klasse ist bei uns nicht verbreitet. Zu Hause segeln wir in einem vergleichbaren westaustralischen Bootstyp ein ähnliches Regattaformat wie hier in Hamburg. Langfristig ist man dafür aber auf der Suche nach einem Bootstyp einer internationalen Klasse“, sagt Parker.

Die Segelbedingungen auf der Außenalster liegen den Frauen aus Perth, da sie denen auf dem Swan River sehr ähneln. Auch sonst sind sie begeistert vom Helga Cup und loben die gute, positive Atmosphäre beim Event. „Alle sind sehr freundlich und hilfsbereit. Es ist eine tolle Community hier. Wir werden in unserem Club auf jeden Fall Werbung für den Helga Cup machen“, sagt Caroline Gibsen. Und Interessentinnen müsste es in dem australischen Club genug geben, denn dort wird gezielt das Erwachsenentraining und speziell auch die Segelausbildung von Frauen gefördert.

Ein Land, wo das Frauensegeln ebenfalls viel Förderung erhält, ist die Schweiz, wo es die einzige reine Frauenliga gibt. „Unser Liga-Präsident setzt sich sehr für das Frauensegeln ein. Inzwischen ist der Zulauf bei der Frauenliga so groß, dass es zwei Ligen gibt“, sagt Claudia Vogt vom Team „Joy“ aus der Schweiz. Sie und ihre drei Mitstreiterinnen sind durch ein von der Hamburgerin Silke Basedow geleitetes Frauencamp auf dem Lago Maggiore auf den Helga Cup aufmerksam geworden. Die Schweizerinnen loben die von Basedow und Luisa Krüger ins Leben gerufene „Helga Akademie“, die sich an Frauenteams richtet.

Vom Helga-Cup-Gedanken einer reinen Frauenregatta mit einer tollen Gemeinschaft begeistert sind auch die Teilnehmerinnen aus Vancouver/Kanada, die mit zwei Teams beim Helga Cup vertreten sind und in der Vergangenheit bereits in anderer Besetzung teilgenommen haben. Das hatte sie so inspiriert, dass sie in ihrer Heimat im vergangenen Jahr ebenfalls eine erste Frauenregatta organisiert haben. Eine weitere ist in Planung. Um sich für die Regatta in Hamburg vorzubereiten, haben sich die Seglerinnen aus Vancouver extra vorab für ein Wochenende zwei J/70 aus den USA geliehen, da es die Klasse in Kanada nicht gibt. Die Segelbedingungen würden sich sehr von denen in ihrer Heimat auf dem Pazifik unterscheiden, aber es würde sehr viel Spaß machen, auf der Alster zu segeln, sagen die Frauen aus Vancouver. Eine große Hilfe wäre das Coaching auf dem Wasser.

Eine erfreuliche Tendenz können die drei Teams von drei verschiedenen Kontinenten allesamt bestätigen: Das Frauensegeln ist im Aufschwung und wird immer populärer, nicht nur bei den Seglerinnen selbst, sondern auch bei den Förderern. Auch wenn das Frauensegeln immer noch einen eher kleinen Anteil in der Segelwelt ausmacht, ist auf jeden Fall ein reger, immer stärker werdender Zulauf zu erkennen. Und wie gut reine Frauenteams beim Segeln funktionieren, das hat der Helga Cup erneut gezeigt. Die gute Resonanz auf das Event hilft, das Frauensegeln weiter voranzutreiben und den Helga-Cup-Gedanken in die Welt hinauszutragen. 

Text: Katrin Heidemann

Frauenteams von drei Kontinenten segeln beim Helga Cup um den Sieg

Zum Start der Wettfahrten präsentierte sich das Wetter mit Sonnenschein und moderaten zehn bis 15 Knoten Windgeschwindigkeit aus westlicher Richtung von seiner besten Seite. 73 Frauenteams von drei Kontinenten gingen an den Start, davon elf in der inklusiven Segelklasse RS Venture Connect. Den Startschuss zum ersten Rennen gab Julia Homburg, Leiterin des Polizeikommissariats 31 in Hamburg.

„Den Startschuss zum Helga Cup geben zu dürfen, bedeutet eine große Ehre für mich. Ich habe mich sehr darüber gefreut“, sagte Homburg. Die Polizeioberrätin ist begeistert von der Frauenregatta, auch wenn sie nach eigener Aussage selbst „lieber mit PS als mit Segeln“ auf dem Wasser unterwegs ist.

Ihre ersten acht Rennen absolvierten am Auftakttag des Helga Cups die Teilnehmerinnen der Inklusionswertung. Elf Zweierteams treten in Booten der Klasse RS Venture Connect gegeneinander an. Mit dabei sind etliche bekannte Gesichter aus der Szene des inklusiven Segelns, aber auch komplette Neulinge. Zwei Frauen, die bereits über viel Erfahrung im inklusiven Segeln verfügen, sind die Hamburgerinnen Nadine Löschke (Norddeutscher Regatta Verein) und Maria Marquart (Fußball-Club St. Pauli von 1910 e.V. ), die 2023 beim Helga Cup in der inklusiven Klasse S\V14 Platz drei belegten. „Wir wünschen uns natürlich wieder einen Platz auf dem Treppchen, aber das Feld ist dieses Mal schwer einzuschätzen. Es werden sehr spannende Rennen, wir freuen uns darauf“, sagte Löschke, die gemeinsam mit Silke Basedow bereits zweimal in Folge die Inklusions-Weltmeisterschaft gewann.

Zum ersten Mal startet die zehnjährige Nomine Fabian (Wir sind Wir – Inclusion in Sailing e.V.) beim Helga Cup. Zugleich ist es ihre erste Teilnahme an einer inklusiven Regatta überhaupt. Segeln an sich ist jedoch kein neues Terrain für die passionierte Para-Sportlerin. Vor einigen Jahren hat sie auf der Nordseeinsel Föhr ihren Segelschein im Kiddy-Cat, ein speziell für Kinder geeigneter Katamaran, gemacht. Auf die Frage wer beim Helga Cup das Steuern übernimmt – sie oder ihre Teampartnerin Jola Schönebeck (Norddeutscher Regatta Verein) – antwortet sie schnell: „Ich!“

Am Donnerstag hat Nomine erste Erfahrungen in einem Boot der Klasse RS Venture Connect auf der Außenalster gesammelt, die sie bislang nur von Land aus kannte. „Ich freue mich riesig auf die Regatta und hoffe, dass wir vielleicht einen fünften oder sechsten Platz erreichen können“, sagte sie vor den Wettfahrten. Wie sportbegeistert Nomine ist, wird klar, als sie die Sportarten aufzählt, die sie bereits ausgeübt hat oder noch regelmäßig betreibt: Monoski, Reiten, Rennrollstuhlfahren, Klettern, Turnen und natürlich Segeln. „Sie liebt alle Sportarten, wo sie aus dem Rollstuhl rauskommt“, ergänzt Nomines Mutter Andrea Fabian, die erst kürzlich mit ihrem Mann und ihrer Tochter eine mehrmonatige Weltreise per Schiff unternommen hat.

Dabei hat sie festgestellt, wie unterschiedlich es weltweit um die Barrierefreiheit und Inklusion bestellt ist. „Besonders positiv ist uns in dieser Hinsicht Australien aufgefallen, wo unsere große Tochter zur Schule geht und im Alltag sehr unkompliziert mit dem Thema umgegangen wird. Auch Nomine träumt davon, dort einige Zeit zu leben“, sagt Andrea Fabian. Am ersten Regattatag hat sich Nomine das Steuern letztlich doch mit ihrer Teampartnerin geteilt und das letzte Rennen des Tages sogar gewonnen.

28 Rennen konnte die J/70-Flotte an Tag eins des Helga Cups verbuchen.  Auf der Regattabahn ging es besonders beim Runden der Tonnen teilweise sehr eng und lautstark zu. Beim Kampf darum, den Bug vorne zu haben, mischten auch die Anfängerinnen-Teams gut mit. Frauen unterschiedlichster Segelniveaus – vom absoluten Neuling bis zur Olympiateilnehmerin – treten beim Helga Cup an. Genau das macht  den Reiz der Veranstaltung aus. Für Samstag, 8. Juni, sind ab 9.30 Uhr weitere Rennen geplant.

Am Freitagabend fand die offizielle Eröffnung des Helga Cups im Norddeutschen Regatta Verein mit dem Hamburger Senator Andy Grote statt. „Der Helga Cup steht für die Power und den Mut von Frauen. Der Hamburger Senat unterstützt dieses Event sehr, da es seiner Philosophie entspricht, Mädchen und Frauen zu ermutigen, sich im Sport zu engagieren. Wir brauchen Role Models wie Sie und Events wie den Helga Cup. Dasselbe gilt für die Inklusion: Wir wollen jeden erreichen und jedem den Sport ermöglichen, egal ob mit oder ohne Behinderung“, sagte Grote. Der Senator hob den verbindenden Charakter des Sports als wünschenswert für die Gesellschaft generell hervor. Weiter lobte er das Engagement von Topseglerin und Olympiateilnehmerin Anastasiya Winkel, die am Auftakttag des Helga Cups mit ukrainischen Kindern gesegelt ist. Er nannte es ein gutes Beispiel, wie Sport das Fundament für Solidarität legen kann. 

Silke Basedow, Mitglied des Helga Cup Board, richtete ebenfalls einige Worte an die Seglerinnen und betonte die Wichtigkeit der Inklusion für den Helga Cup. Sie hofft, dass eines Tages die Meldezahlen in der inklusiven Klasse mit denen in der J/70 vergleichbar sind. Viel Beifall gab es, als sie die vorbereitenden Workshops und Trainings nannte. Sie wünscht sich, dass die Teilnehmerinnen den Helga-Cup-Gedanken in ihre Heimatvereine tragen. Der Abend klang mit einem gemeinsamen Essen mit allen Beteiligten des Helga Cups sowie geladenen Gästen aus. 

Text: Katrin Heidemann 

Pressekontakt: Sven Jürgensen – email: sven.juergensen@wir-sind-wir.org Mobil: +49 171 683 5555

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