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Kieler Woche Inklusiv 2026

Inklusives Segeln im Olympiahafen Kiel-Schilksee · 20.–28. Juni 2026

Kiel/Hoyerswerda, 30. Juni 2026 · Wir sind Wir Inclusion in Sailing e.V. · gemeinsam mit Inklusives Segeln für Alle e.V.

Was für eine Woche! Vom 20. bis 28. Juni 2026 hat Wir sind Wir Inclusion in Sailing e.V. gemeinsam mit dem Partner Inklusives Segeln für Alle e.V., den wir seit vier Jahren an unserer Seite wissen, erneut die Kieler Woche inklusiv gemacht. Im Olympiahafen Kiel-Schilksee segelten Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam – nicht nebeneinander, sondern miteinander, unterstützt von der Landeshauptstadt Kiel.

Eine rundum erfolgreiche Woche mit drei inklusiven Mitmach-Segelangeboten und einem inklusiven Regattaprojekt liegt hinter uns:

  • Regattabegleitfahrten für Rollstuhlfahrende auf der „Henk de Mol“ – täglich bis 27. Juni
  • Segelkurs für blinde und sehbehinderte Menschen – ab 21. Juni
  • Tagestörns auf dem 70-Fuß-Segelboot „Little Dream“ – ab 22. Juni
  • BAT Sailing Team – gelebte Inklusion auf der Regattabahn: J/70-Regatta, 25.–28. Juni
Unser Kieler-Woche-Film zu den inklusiven Segelprojekten ist fertig! Schaut rein, wie inklusives Segeln in Kiel aussieht: Film auf YouTube ansehen. Am Ende dieses Beitrags findet ihr außerdem die Highlightfilme der einzelnen Tage und unser Bilderalbum.

Der Auftakt: ein wunderbarer erster Tag

Schon der erste Tag hatte es in sich. Den Anfang machten am Samstag, 20. Juni 2026, gleich zwei Angebote: die ersten barrierefreien Regattabegleitfahrten für Rollstuhlfahrende sowie ein Trainingstag für vier Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen auf den Inklusionsbooten vom Typ RS Venture Connect.

In zwei Einheiten auf der Ostsee segelten Sophia, Tristan, Paul und Fenna bis zur Regattabahn der 49er FX und verfolgten die Wettfahrten aus sicherem Abstand. In den Pausen zwischen den Rennen schnupperten sie ein wenig Regattaluft im Startbereich der 49er FX und konnten die beiden Hamburger Spitzenteams Marla Bergmann & Hanna Wille sowie Sophie Steinlein & Catherine Bartelheimer live erleben. Lachende, begeisterte Gesichter zeigten, was inklusives Segeln bewegt.

Regattabegleitfahrten für Rollstuhlfahrende – die „Henk de Mol“

Täglich bis zum 27. Juni fanden auf der Kieler Außenförde die barrierefreien Regattabegleitfahrten für Rollstuhlfahrende statt – wie immer gemeinsam mit unserem Partner Inklusives Segeln für Alle e.V. Pro Tag konnten wir zwei Ausfahrten realisieren und so sehr viele Rollstuhlfahrende mit aufs Wasser nehmen. Die Gäste bleiben dabei im eigenen Rollstuhl an Bord und erleben das Regattageschehen hautnah vom Wasser aus.

Die „Henk de Mol“ ist ein 24-Fuß-Segelboot, auf dem Menschen im Rollstuhl segeln können – ein Einzelstück auf Basis einer Bente 24, das es so in Deutschland bisher kein zweites Mal gibt. Das wird sich mit der neuen Bente 25i – Inklusion ändern, die bald in Serie gehen soll.

Ein besonderer Tag war der Besuch von Gerwin Stöcken, Bürgermeister der Landeshauptstadt Kiel, der gemeinsam mit zwei rollstuhlfahrenden Gästen mitsegelte. Helene steuerte das Boot dabei selbst. Auf dem Wasser entstand ein intensiver Austausch über das Bootskonzept, über inklusives Segeln und darüber, wie sich Teilhabe auf dem Wasser dauerhaft verankern lässt. Dass sich die Stadt so aktiv einbringt, ist ein starkes Signal für mehr Teilhabe.

An einem weiteren Tag steuerte ein Gast im Rollstuhl selbstständig und war danach zu Tränen gerührt – einer der Momente, die zeigen, worum es geht: nicht dabei sein, sondern selbst aktiv werden.

Den krönenden Abschluss bildete die traditionelle Windjammerparade: Mit vier Rollstuhlfahrenden an Bord begleitete die „Henk de Mol“ die großen Windjammer – mittendrin statt nur am Rand. Mit dabei waren Kirsten Bruhn, mehrfache paralympische Goldmedaillengewinnerin, Drees Ringert, Inklusionsexperte und Leiter der Initiative „Barrierefrei Feiern“, sowie Thomas Drtina vom Verein Seglerhaus am Wannsee. Ein Tag, der zeigt, worum es uns geht: Teilhabe, die man nicht nur sieht, sondern erlebt.

Segelkurs für blinde und sehbehinderte Menschen

Ab dem 21. Juni lief der Segelkurs für blinde und sehbehinderte Menschen – auf Booten vom Typ RS Venture Connect und in Kooperation mit dem BAT Sailing Team. Qualifizierte Trainerinnen und Trainer sowie ehrenamtliche Seglerinnen und Segler vermittelten den Teilnehmenden die Grundlagen des Segelns.

Der Kurs war ein voller Erfolg: An drei Tagen konnten die Teilnehmenden bei traumhaftem Sommerwetter auf der Ostsee segeln.

„Little Dream“ – Tagestörns auf dem 70-Fuß-Segelboot

Ab dem 22. Juni ging es unter dem Motto „Erste Reihe – mittendrin“ mit dem 70-Fuß-Segelboot „Little Dream“ hinaus auf die Ostsee. Die „Little Dream“ segelt unter dem Stander des Kieler Yacht-Clubs und des Essener Turn- und Fechtvereins. Bis zu sechs Gäste samt Betreuerinnen und Betreuer erlebten die Regatten hautnah – mit Verpflegung an Bord.

Auf den Ganztagestörns waren unter anderem Menschen mit Sehbehinderung an Bord, die so einen kompletten Segeltag mittendrin auf der Ostsee genießen konnten.

BAT Sailing Team – gelebte Inklusion auf der Regattabahn

Das BAT Sailing Team – gelebte Inklusion auf der Regattabahn ist ein Gemeinschaftsprojekt des Norddeutschen Regatta Vereins und von Wir sind Wir Inclusion in Sailing e.V. Es segelt aktuell seine dritte Saison in der 2. Deutschen Segel-Bundesliga und ist seit 2022 bei der J/70-Regatta der Kieler Woche dabei. Aus dieser Arbeit sind über die Jahre viele weitere inklusive Aktivitäten gewachsen.

Nach dem Check-in im Olympiahafen Kiel-Schilksee ging das Team mit zwei J/70-Crews an den Start. An Bord der „Helga“ segelten Leon (Skipper), Alex (mit Sehbehinderung), Karen (gehörlos) sowie Clara und Heike. Die zweite Crew bildeten David Koch (mit Sehbehinderung), Mieke Klein, Jan Mense und Marvin Hamm.

Vom 25. bis 28. Juni standen vier Regattatage auf dem Programm. Aufgrund der schwierigen Wetterbedingungen mit überwiegend Leichtwind konnte jedoch nur an zwei der vier Tage gesegelt werden – insgesamt kamen sechs Wettfahrten zusammen. Mit seinen Platzierungen war das Team am Ende zufrieden.

Den rund 18 Mitgliedern des Teams ist eines besonders wichtig: gemeinsam zu segeln – Seite an Seite mit Seglerinnen und Seglern ohne Beeinträchtigung, in einer offenen Klasse und auf derselben Bahn. Auf dem Wasser zählen Teamgeist und Kommunikation, nicht körperliche Einschränkungen. Genau diese klare, präzise Kommunikation macht das Team im anspruchsvollen, ambitionierten Regattasport so stark.

Und die Kieler Woche bleibt dabei mehr als nur Sport: Alle campen zusammen, frühstücken gemeinsam und verbringen die Tage miteinander – Inklusion, die über den Segelsport hinausgeht.

Unser Ziel: solche Boote gehören auf möglichst viele Gewässer in Deutschland

Besonders bewegt hat uns Helene: Aus den ersten vorsichtigen Schlägen wurde pure Begeisterung – und der Wunsch, mehr und regelmäßig zu segeln, nicht nur zur Kieler Woche. Genau dieser Wunsch ist unser Antrieb.

Boote wie die „Henk de Mol“ sind besonders für Rollstuhlfahrende und größere Crews geeignet. So können Menschen im Rollstuhl gemeinsam in einer Crew segeln, Familien mit Angehörigen im Rollstuhl zusammen aufs Wasser gehen und Jugendkurse mit rollstuhlfahrenden und nicht beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen stattfinden – ebenso wie ganz einfache Ausfahrten für Rollstuhlfahrende, die einfach nur auf dem Wasser sein möchten.

Mit einem 1:1-Holzmodell vor Ort in Schilksee haben wir Rollstuhlfahrende eingeladen, ihre Wünsche und Anforderungen direkt in die Entwicklung der Bente 25i – Inklusion einzubringen.

Und wir wollen mehr: Beide Vereine arbeiten hochmotiviert daran, solche Boote auf möglichst vielen Gewässern in Deutschland an den Start zu bringen – nach Hamburg auf die Alster, an den Möhnesee, an den Bodensee, auf den Wannsee, an den Schweriner See, an die Schlei, in das Lausitzer Seenland und auf viele weitere Gewässer. Daran arbeiten wir kontinuierlich weiter.

Bestärkt haben uns zudem die Gespräche mit Kirsten Bruhn, mit Dirk Ramhorst, dem Chairman der Kieler Woche, und mit Landtagspräsidentin Kristina Herbst: Inklusion braucht Sichtbarkeit – und starke Partner.

Viele Hände, mehrere Boote, ein gemeinsames Ziel: alle an Bord. Wir freuen uns darauf, 2027 wieder zur Kieler Woche zurückzukehren.

Partner, Unterstützer und Förderer der Kieler Woche Inklusiv 2026

Die Kieler Woche Inklusiv 2026 wäre ohne die Unterstützung vieler nicht möglich gewesen. Unser besonderer Dank gilt den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die uns auf dem Weg zur Kieler Woche und während der gesamten Woche begleitet haben – denn erst ein Team aus professionellen Trainerinnen und Trainern und vielen Ehrenamtlichen macht all das möglich.

Unser herzlicher Dank gilt zudem:

Partner und unterstützende Organisationen

Inklusives Segeln für Alle e.V. · Kiel.Sailing.City · Kieler Yacht-Club · Verein Seglerhaus am Wannsee · Point of Sailing · Sporthafen Kiel GmbH

Unsere Förderer und Sponsoren für die Kieler Woche Inklusiv 2026

Landeshauptstadt Kiel · akquinet · ELLETEC · Heinz Kettler Stiftung · Pantaenius · Reinhard Frank-Stiftung · REWE · ZÜRCHER

Weitere Filme und Bilder

Hier findet ihr die Highlightfilme der einzelnen Tage sowie unser Bilderalbum und weitere Eindrücke:

Highlightfilme der einzelnen Tage (YouTube)

Bilder (Flickr-Album)

KielerWoche

Instagram-Beitrag

https://www.instagram.com/reel/DaH0IYVjMsh

Alle News

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Autor des Berichts: Sven Jürgensen

Wir sind Wir Inclusion in Sailing e.V. sven.juergensen@wir-sind-wir.org · www.wir-sind-wir.org

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