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Ambitionierter Regattasport und eine inklusive Crew – passt das zusammen?

Vier Wettfahrtsiege, Platz 7 im Spieltag und ein Sprung von Rang 13 auf Rang 10 in der Saisonwertung: Beim 3. Spieltag der 2. Segel-Bundesliga auf der Kieler Innenförde hat das BAT Sailing Team – gelebte Inklusion auf der Regattabahn ein Wochenende gesegelt, das Lust auf mehr macht.

Drei Tage, 16 Wettfahrten, ein Revier mitten in der Stadt: Vom 10. bis 12. Juli 2026 ging es für unser Team vor dem Hotel Kieler Yacht-Club an den Start.

Der Spieltag

Der Auftakt (Wettfahrten 1–6) zeigte sofort, wozu die Crew in der Lage ist. Mit 3 · 1 · 5 · 3 · 2 · 4 standen ein Wettfahrtsieg und ein zweiter Platz zu Buche. 18 Punkte, Rang 9 nach Tag eins.

Der zweite Tag (Wettfahrten 7–13) begann ebenfalls mit einem Sieg. Danach zeigte sich, wie unversöhnlich das Mittelfeld dieser Liga ist: 1 · 6 · 6 · 4 · 3 · 5 · 4 – kleine Fehler wurden sofort bestraft. Nach 13 Wettfahrten lag das Team bei 47 Punkten auf Rang 9.

Der Schlusstag (Wettfahrten 14–16) wurde der beste des Wochenendes: Zwei Siege in Folge zum Auftakt, ein dritter Platz zum Abschluss – fünf Punkte aus drei Wettfahrten. Die Crew segelte souverän, fand die Druckfelder früh und blieb in den Positionskämpfen ruhig. Belohnt wurde das mit dem Sprung von Rang 9 auf Platz 7 in der Spieltagswertung.

Unterm Strich stehen vier Wettfahrtsiege gegen die besten Vereine Deutschlands – und ein Sprung von Platz 13 auf Platz 10 in der Saisontabelle der 2. Segel-Bundesliga.

Unsere Crew in Kiel: Marvin Hamm, Mieke Klein, David Koch und Jan Mense.

Fünf Jahre Kiel – und ein Besuch, der uns viel bedeutet hat

Wir haben uns sehr über den Besuch von Gerwin Stöcken gefreut, Bürgermeister der Landeshauptstadt Kiel und verantwortlich für den Sport in der Stadt. Am Samstag war er an der Förde und verfolgte die Wettfahrten, zur Siegerehrung war er ebenfalls dabei.

Für uns ist das mehr als eine Geste. Seit fünf Jahren sind wir mit dem BAT Sailing Team – gelebte Inklusion auf der Regattabahn im Rahmen der Kieler Woche Partner der Stadt für inklusives Segeln. Und genau hier, in Kiel, hatte unsere inklusive J/70-Crew vor fünf Jahren ihren allerersten Regattaauftritt. Heute segeln wir im dritten Jahr in der Segel-Bundesliga. Zwischen diesen beiden Punkten liegt genau der Weg, den wir gehen wollten.

Und dann die Frage, die immer wieder kommt

„Sehbehinderte und blinde Menschen an Bord – geht das überhaupt?“

Wir hören diese Frage oft. Und wir hören noch etwas anderes, meist gut gemeint: den Rat, was ein Mensch mit Behinderung besser lassen sollte. Wie viel Sport, welche Intensität, welche Bedingungen – all das wird gern von außen entschieden, sobald eine Behinderung im Spiel ist.

Genau das wollen wir ändern.

Segeln ist kein gefährlicher Sport. Aber wie jeder Sport, den man intensiv betreibt, bringt er gewisse Risiken mit sich: Man kann sich verletzen, man kann kentern, man kann über Bord gehen. Das gilt für alle an Bord – für Menschen mit Behinderung genauso wie für alle anderen. Und wie intensiv, unter welchen Bedingungen und mit welchem Anspruch er segelt, das entscheidet unser sehbehinderter Segler David Koch selbst. Er kann das am besten. Er ist ein erwachsener, verantwortungsvoller Mensch, der seinen Sport kennt.

Diese Selbstbestimmung ist keine Nebensache. Sie ist der Kern.

Was uns bewegt: Inklusion sichtbar machen. Teilhabe ermöglichen – und zwar über den klassischen Breiten- und Bewegungssport hinaus, bis hinein in den ambitionierten Regattasport. In unserem Boot sitzen Menschen mit und ohne Behinderungen nebeneinander an denselben Leinen, in derselben Liga, unter denselben Regeln. Auf sechs baugleichen J/70 pro Wettfahrt entscheidet allein das seglerische Können. Wir sind kein Sonderfall im Feld – wir sind eines von 18 Teams.

Die Grenzen dessen, was ich mit meiner Behinderung tue, möchte ich selbst ziehen. Das ist unsere Botschaft.

Die Ergebnisse

Die Sieger des 3. Spieltags

    1. Segel-Bundesliga: Mühlenberger Segel-Club
    1. Segel-Bundesliga: Segel-Club Ville

Die Führenden in der Gesamtwertung

    1. Segel-Bundesliga (nach 3 von 6 Spieltagen): Norddeutscher Regatta Verein
    1. Segel-Bundesliga (nach 3 von 5 Spieltagen): Verein Seglerhaus am Wannsee

Glückwunsch an den NRV!

Ein großartiges Wochenende für unseren Partner, den Norddeutschen Regatta Verein, mit dem wir das BAT Sailing Team – gelebte Inklusion auf der Regattabahn gemeinsam an den Start bringen: Platz 2 beim Spieltag – und damit die Führung in der Gesamtwertung der 1. Segel-Bundesliga. Der nächste Spieltag ist für den NRV sogar ein Heimspiel: Vom 31. Juli bis 2. August 2026 segelt die 1. Liga auf der Hamburger Alster.

Alle Ergebnisse und Infos zum 3. Spieltag

Danke!

All das geht nur, weil ihr dabei seid. Ohne eure Unterstützung gäbe es dieses Boot nicht, keine Trainings, keine Anreise, keine Segel.

Unsere Förderer und Partner: Pantaenius · Torqeedo · Zhik · Peter Frisch GmbH · Ocean Network Express (ONE) · Heinz Kettler Stiftung · e-Boot Hamburg · Reinhard Frank-Stiftung · Elvström Deutschland · REWE · Fullstream Trading · Elletec · Zürcher


Über das BAT Sailing Team – gelebte Inklusion auf der Regattabahn

Das BAT Sailing Team – gelebte Inklusion auf der Regattabahn ist ein Gemeinschaftsprojekt des Norddeutschen Regatta Vereins und Wir sind Wir Inclusion in Sailing e.V. – unterstützt von Schirmherrin Susann Beucke, Olympia-Silbermedaillengewinnerin von Tokio. Menschen mit und ohne Behinderungen segeln gemeinsam auf Liga-Niveau.

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