Zum Hauptinhalt springen

Eins zu eins auf dem Wasser: wenn sich die Segelausbildung dem Bedarf anpasst

Hamburg/Hoyerswerda 28.8.2028

Nach dem Mittwoch und dem Donnerstag mit den Schulsegelkursen der Bugenhagenschule Alsterdorf und dem WOI-Kurs mit dem Werner Otto Institut hatten wir heute wieder ein sehr praktisches Beispiel dafür, worum es uns bei der inklusiven Segelausbildung geht.

Denn nicht jedes Kind und nicht jede oder jeder Jugendliche kann auf den klassischen Segelbooten segeln, die den meisten Menschen bekannt sind. Wer eine schwere Beeinträchtigung hat, braucht anderes Bootsmaterial – und eine Betreuung, die nicht in der Gruppe funktioniert, sondern eins zu eins oder eins zu zwei durch unsere Trainerinnen und Trainer.

Heute waren Anna und Tristan bei uns an Bord.

Tristan ist Teil des Heinz Kettler Inclusive Youth Sailing Team Germany und im Training längst zu Hause. Anna ist neu dabei. Sie ist auf den Rollstuhl angewiesen und war heute gemeinsam mit unserem Trainer Calle auf einem unserer Spezialboote vom Typ RS Venture Connect unterwegs. Das Boot ist barrierefrei ausgestattet und lässt sich an die jeweiligen Bedarfe anpassen – so kommt an Bord, wer an Bord kommen möchte, unabhängig davon, wie mobil jemand an Land ist.

Gemeinsam mit dem Hamburger Segel-Club realisieren wir diese Projekte in der 1:1- beziehungsweise 1:2-Betreuung.

Und Segeln ist dabei mehr als das, was zwischen Ablegen und Anlegen passiert. Boot klarmachen, Segel anschlagen, ablegen, anlegen, Segel abschlagen, Boot aufklaren – das gehört genauso dazu und wird genauso gelernt. Gerade diese Handgriffe schaffen Routine, Verantwortung und das Gefühl, ein vollwertiger Teil der Crew zu sein.

Genau darum geht es uns: Wir machen nicht nur die großen Kurse mit vielen Teilnehmenden. Wir machen auch die kleinen, sehr individuell zugeschnittenen Einheiten – weil sie für manche Kinder und Jugendliche der einzige Weg zum Segelsport sind. Das ist aufwendig, es braucht Spezialboote, ausgebildete Trainerinnen und Trainer und Zeit. Aber genau hier entscheidet sich, ob Inklusion ein Wort bleibt oder Alltag wird.

Für den weiteren Ausbau dieser individuellen Angebote suchen wir Partner und Förderer.

Kontakt
Sven Jürgensen, Vorsitzender
Wir sind Wir Inclusion in Sailing e.V.
sven.juergensen@wir-sind-wir.org