Berlin ist nach Hamburg die Stadt mit den meisten Teams beim Helga Cup – und damit eine echte Hochburg des Frauen-Segelns in Deutschland
Der Helga Cup – die weltweit größte Frauenregatta und Hamburgs TOP-Ten-Event der Active City – ist mehr als eine Regatta: Er ist Impulsgeber und das Frauen-Netzwerk im Segelsport. Dass diese Impulse weit über die Regattabahn hinaus wirken, zeigt sich gerade eindrucksvoll in Berlin – nach Hamburg die Stadt mit den meisten Teams beim Helga Cup und damit eine echte Hochburg des Frauen-Segelns in Deutschland. Doch nicht nur auf dem Wasser zeigen Berliner Seglerinnen Flagge: Auch in den Vereinsvorständen der Hauptstadt bewegt sich etwas.
Nach Anja Kamradt als Vorsitzende des Berliner Yacht-Clubs und Marlene Raabe-Steinherr als zweite Vorsitzende im VSAW ist nun eine weitere starke Frau in eine Führungsposition gewählt worden – und es ist eine langjährige Helga Cup-Teilnehmerin: Dr. Melanie Aalburg wurde am 12. März zur Vorsitzenden des Segler-Vereins Stößensee (SVSt) gewählt. Melanie nimmt mit ihrem Team regelmäßig am Helga Cup teil und ist damit fester Bestandteil unserer Regatta-Community. Nach 117 Jahren Vereinsgeschichte ist sie damit die erste Frau an der Spitze des traditionsreichen Berliner Clubs.
Eine Seglerin durch und durch
Der Segler-Verein Stößensee liegt in Charlottenburg an der Havelchaussee – nicht am Wannsee, wie man vielleicht vermuten könnte. Die rund 300 Mitglieder sagen selbst: „Auf der Sonnenseite der Havel.“ Geprägt wird der Verein durch sein wunderschönes Fachwerkhaus und durch Mitglieder, die die Leidenschaft für den Segelsport stets vorgelebt haben. Berlins Segel-Großveranstaltungen gastierten gerne im SVSt – das erste Gesamtberliner Ansegeln nach dem Mauerfall fand hier statt.
Die Fahrtensegler des Vereins haben nicht nur Ost- und Nordsee besegelt, sondern sind bis New York, Kap Hoorn und Australien gekommen – stets mit „normalen“ 10-Meter-Fahrtenschiffen, gestartet direkt vom Steg im Stößensee. Die Regattasegler holten EM-Titel in der O-Jolle sowie Deutsche und Berliner Meistertitel. Die Folkebootszene hat den Verein über viele Jahre geprägt. Dieses Umfeld erlebte Melanie stets als offen für Frauen im Segelsport.
Melanies Weg zum Segeln
Melanie Aalburg ist seit ihrer Kindheit mit dem SVSt verbunden – in dritter Generation aufgewachsen, auf dem Wasser quasi zu Hause. Der Segelsport begleitet sie ihr ganzes Leben: Von anspruchsvollen Familientörns voller Abenteuer bis in die Weiten des Nordatlantiks, über Jugendregatten und internationale Offshore-Regatten bis hin zu Transatlantikrennen in verantwortlicher Position – und zuletzt sogar EM-Bronze im Offshore Double Handed Mixed.
Was sie einbringt
Melanie bringt Erfahrungen aus verschiedenen Teams sowie nationalen und internationalen Segelprojekten mit – pragmatisches und lösungsorientiertes Handeln ist ihr vertraut. Neben ihrer Tätigkeit als Fachärztin für Allgemein- und Sportmedizin engagiert sie sich seit vielen Jahren auf Vereins- und Verbandsebene: in der Ausbildung, in der Juryarbeit der Fahrtenabteilung des DSV, als Referentin für medizinische Themen im Segelsport sowie als Ärztin bei der Betreuung von Langfahrtseglern bis hin zum Offshore-Profi. Ihr Netzwerk erstreckt sich weit über Berlin hinaus.
Ihre Vision für den SVSt
Ein besonderer Schwerpunkt liegt für sie auf dem Generationenwechsel: Erfahrung bewahren, Bewährtes ausbauen und Raum für neue Ideen schaffen – damit sich alle im Verein wiederfinden und wohlfühlen.
Warum sie kandidiert hat? „Es ist an der Zeit, etwas zurückzugeben“, sagt Melanie. „Aus Dankbarkeit gegenüber meinem Verein und seinen Mitgliedern, die mich geprägt haben – und der mir trotz meiner langjährigen Weiterentwicklung im Offshorebereich, in anderen Vereinen und auch im Ausland, stets eine Heimat geblieben ist.“
Ein Vorstandsteam der besonderen Art
Melanie freut sich mit ihrem kompetenten Vorstandsteam auf eine spannende Zeit. Und das Team hat es in sich: Zusammen kommen sie auf acht Atlantiküberquerungen und zwei Pazifiküberquerungen. Das dürfte für ein Vorstandsteam eines Berliner Segelvereins ziemlich einmalig sein.
Wir gratulieren Dr. Melanie Aalburg herzlich und freuen uns, sie beim nächsten Helga Cup wiederzusehen – dann als Vereinsvorsitzende!