
Ein kleiner Club, ein großes Wochenende: Tag eins beim Finale des Heinz Kettler Cups in Belgien
Aufbau, Check-in und ein Eröffnungsabend, der schon viel über dieses Finale erzählt
Bütgenbach, 18. September 2026. Am Freitag hat an der Bütgenbacher Talsperre das Finale des Heinz Kettler Deutschland Cups 2026 begonnen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Serie wird ein Spieltag außerhalb Deutschlands gesegelt – rund zwölf Kilometer hinter der deutsch-belgischen Grenze, beim Royal Yacht Club Warche in Ostbelgien.
Der Freitag gehörte dem Aufbau und dem Check-in. Und dem ersten Eindruck, der bei allen hängen bleibt, die an diesem Tag ankamen: Der Club ist klein. Was sein Team hier in den vergangenen Tagen auf die Beine gestellt hat, ist es nicht. Auf dem Vereinsgelände am See ist ein wunderbares Setup für das Finale des Heinz Kettler Cups entstanden, aufgebaut von einem großen Team ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer, neben dem laufenden Clubbetrieb.

Am Freitag wurden auch die sieben RS Venture Connect final aufgebaut und eingekrant, auf denen ab Samstag gesegelt wird. Die Flotte liegt damit komplett im Wasser. Die Boote stellt der Veranstalter – kein Team muss ein eigenes Boot besitzen oder über halb Europa transportieren.
Der See gehörte an diesem Freitag aber nicht nur dem Heinz Kettler Cup. Eine Schulklasse aus Bütgenbach war zum Probesegeln da: Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrerinnen und Lehrern, auf ganz unterschiedlichen Booten – vom Opti, dem kleinen Einsteigerboot, bis zur RS Venture Connect. Der Spaß war ihnen anzusehen. Bessere Werbung für den Segelsport auf der Bütgenbacher Talsperre gibt es kaum.
Die Crews und das Team von Wir sind Wir Inclusion in Sailing e.V. sind hier einer unglaublich schönen Gastfreundschaft begegnet. Das ist es, was von diesem ersten Tag bleibt – und es ist keine Kleinigkeit. Eine inklusive Regatta braucht mehr als passende Boote, Wind und Wasser: Es braucht Wege, die passen, Hände, die anpacken, und Menschen, die nicht fragen, ob etwas geht, sondern wie. Genau das findet der Heinz Kettler Cup hier vor.
Um 19 Uhr wurde das Finale offiziell eröffnet. Gekommen waren Kathy Elsen von der Gemeinde Bütgenbach und Sonja Fickers von der Euregio Maas-Rhein, über deren Small Project Fund das Finale gefördert wird. Durch den Abend führte Edwin Köhler, Grußworte sprachen Eric Mathieu vom Royal Yacht Club Warche und Andreas Sand, Vorstand der Heinz Kettler Stiftung.

Besonders gewürdigt wurde an diesem Abend Alexandre Grosjean. Als Hauptorganisator hat er das Finale in Bütgenbach mit seinem Team auf die Beine gestellt und dabei Großartiges geleistet. Am Samstag steht er selbst auf dem Wasser, als Skipper des BLAG Sailing Team.
Danach wurde gegessen, und zwar belgisch: Frikadellen mit Apfelmus und Fritten, Hausmannskost, wie sie in dieser Ecke Europas auf den Tisch kommt – alles selbst gemacht, alles aus der Clubküche.
Am Samstag wird es sportlich. Der Regattatag beginnt gegen 9 Uhr mit dem Skipper-Briefing, die Wettfahrten sind ab 10.30 Uhr geplant. Nach zwei von drei Spieltagen führt das SALTO SAILING Team Norway die Gesamtwertung an; um die Plätze zwei und drei ist es eng, und das BLAG Sailing Team der Gastgeber hat im Heimspiel die Chance auf das Podium. Gesegelt wird, wie in dieser Serie immer: Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam in einer Crew, in denselben Booten, nach denselben Regeln, ohne eigene Wertung. Am Sonntag um 16.30 Uhr fällt die Entscheidung über den Titel 2026.
Der Dank für diesen Auftakt gehört dem Royal Yacht Club Warche und seinem Team, der Heinz Kettler Stiftung als Namensgeberin und Hauptförderin der Serie sowie der Gemeinde Bütgenbach. Das Finale wird im Rahmen des Small Project Fund „People to People“ Interreg Maas-Rhein (NL-BE-DE) durchgeführt und von der Europäischen Union gefördert.

